Zwei Uraufführungen – Ein FestSpiel
Das Inszenierungsdoppel führt das Publikum auf eine vielschichtige Reise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Hauses. Als verbindender roter Faden schlägt die Uraufführung „Im Mondschein“ unter der Regie und musikalischen Leitung von Florian Hein den Bogen von den antiken Ursprüngen des Theaters über die Gründung in Senftenberg bis in eine noch ungeahnte Zukunft. In einer surrealen Landschaft zwischen Park und Tagebaurestloch folgen die Zuschauenden der geheimnisvollen Protagonistin Quincy – deren Wunsch, Menschen zusammenzubringen, die gesamte Inszenierung prägt – und dem bodenständigen Gleisarbeiter Bertolt. Gemeinsam durchstreifen sie Klassiker des europäischen Theaters wie „Woyzeck“ oder den „Sommernachtstraum“, während chorische Elemente, Schauspiel, eine eigens komponierte Musik und ein live spielendes Cello-Ensemble ineinandergreifen. Florian Hein bringt dafür Mitglieder des Ensembles, Spielclubs, regionale Chöre sowie Schülerinnen und Schüler gemeinsam auf die Bühne, die im gemeinsamen Spiel erproben, was Theater heute und morgen sein kann.
Eng damit verwoben bringt Regisseur Mirko Böttcher ebenfalls auf der Hauptbühne das Stück „Für mich bitte Wasser“ von Oliver Bukowski zur Uraufführung. Der gebürtige Lausitzer Erfolgsautor widmet sich nach „Birkenbiegen“ zum 70. Jubiläum und „Der Sohn“ im Jahr 2022 nun erneut dem Geburtstag des Hauses und wirft einen komödiantischen Blick auf den Theaterbetrieb selbst. Theaterschaffende samt Spielenden, Dramaturg, Kostümbildnerin und dem Intendanten höchstpersönlich versuchen eine Feier zu proben, die am Ende so nie stattfinden wird. Zwischenmenschliche Sorgen, eigene Existenzfragen und gesellschaftliche Konflikte grätschen immer wieder dazwischen – während eine 86-jährige treue Abonnentin unerschütterlich die Stellung hält.
Theatergeschichte zum Anfassen in allen Räumen
In der Pause und rund um die Aufführungen verwandelt sich das gesamte Gebäude in ein lebendiges, interaktives Theatermuseum. Auf der Probebühne gewährt das TheaterMuseum Einblicke in Schätze aus acht Jahrzehnten handwerklicher Arbeit der hauseigenen Gewerke – von der Schneiderei über die Schreinerei bis hin zur Requisite –, ergänzt durch eine Vielfalt digitaler Video-Glückwünsche. Die Fotoausstellung „80 Jahre – 80 Bilder“ in der neuen Bar präsentiert für jedes Jahr des Bestehens eine prägende Szenenaufnahme.
Darüber hinaus lädt das Haus zum Stöbern und Verweilen ein: In der TheaterBibliothek auf dem Weg ins Studio liegen alte Regiebücher, Programmhefte und Biografien aus, während eine gemütliche Fernseh-Ecke als Videothek Aufzeichnungen historischer Inszenierungen zeigt. Besuchende können zudem beim TheaterQuiz im unteren Foyer ihr Wissen testen, in der interaktiven Sitzecke eigene „TheaterGeschichten“ teilen oder an der „Wall of Fame“ im Eingangsbereich einen Erinnerungsschnappschuss für die Ewigkeit festhalten. Für die kulinarische Stärkung sorgt ein reichhaltiges Catering-Angebot an Speisen und Getränken.
Feierlicher Ausklang nach den Vorstellungen mit nB ClubNacht
Nach dem letzten Vorhang geht das Fest nahtlos weiter. Am Premierenabend lädt die Dresdner Band KRAMBAMBULI mit mitreißendem Weltmusik-Groovejazz zum Tanzen ein. An den Freitagen und Samstagen sorgt DJ K. Audissey, bekannt vom Dresdner SemperOpernball, bei der FestSpiel-Edition der beliebten nB ClubNacht für ausgelassene Stimmung. An den Mittwochs- und Donnerstagabenden klingt das FestSpiel mit entspanntem „Smooth Instrumental Lounge Jazz“ des SLEEK NOTION TRIO stilvoll aus.
Am 28.10. gibt es im Übrigen für die Studierenden der BTU die Möglichkeit, den kompletten Abend zum Sonderpreis vom 20 Euro zu erleben.
Karten für das FestSpiel „Jubiläum“ gibt es online unter theatersenftenberg.de, an der Tages- und Abendkasse, unter 03573/801 286, via karten@theater-senftenberg.de und an allen Vorverkaufstellen der neuen Bühne: in Senftenberg (Tourismusinformation am Markt, Hotel Lido, Rezeption am Familienpark Großkoschen), Großräschen (Touristeninformation an den IBA-Terrassen), Hoyerswerda und Finsterwalde bei den Tourismusinformationen (jeweils am Markt).