neue Bühne Senftenberg eröffnet Jubiläumsspielzeit mit „Krabat“
Mit der in der Region wohl bekanntesten sorbischen Sage läutet die neue Bühne Senftenberg am 19. September um 19:30 Uhr auf der Hauptbühe ihre Jubiläumsspielzeit ein. Es ist die 80., soll eine besondere werden und so startet sie auch mit einer Besonderheit. Nicht, wie seit über 20 Jahren gewohnt, mit einem Glück-Auf-Fest, einem Spektakel oder einem FestSpiel, sondern mit der Erzählung über den jungen, mittellosen Waisenjungen Krabat eröffnet das Senftenberger Theater die neue Saison.
In der gleichnamigen Inszenierung greift Regisseur Markolf Naujoks Otfried Preußlers Roman von 1971 auf. Dieser wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Jugendbuchpreis. Mehr als 10 Jahre, mit mehreren Unterbrechungen, schrieb Preußler an seinem Werk, das er selbst als seine eigene Aufarbeitung mit dem Nationalsozialismus beschreibt. Die Handlung spielt in der Lausitz während des Großen Nordischen Krieges und ist angelehnt an die sorbische Krabat-Sage, die wiederum Ende des 17. Jahrhunderts in Schwarzkollm spielt:
Auf der Suche nach ein bisschen Glück und in der Hoffnung auf ein besseres Leben geht man so manches Risiko ein. Krabat, ein Junge, der sich bettelnd durchs Land schlägt, erhält ein verlockendes Angebot. Der geheimnisvolle Meister der Mühle am Schwarzen Wasser im Koselbruch sucht einen neuen Lehrlingsjungen. Doch Krabat lernt hier nicht nur das Müllerhandwerk, sondern auch die schwarzen Künste. Er muss erkennen, dass dieser Ort seine eigenen finsteren Gesetze hat. Gegen Ende eines jeden Jahres wird die Stimmung der Gesellen trüber und gereizter. Voller Angst erwarten sie den Jahreswechsel. Nach Krabats erstem Lehrjahr ist es sein bester Freund Tonda, den das Los ereilt, in jener Nacht sterben zu müssen. Denn alle Burschen haben einen Pakt mit dem Meister geschlossen. Ihm verfallen, beugen sie sich dem Joch der geheimen Bruderschaft, das ihnen zwar die Arbeit erleichtert, sie aber auch an die Mühle bannt. Als Krabat sich in die Kantorka, ein junges Mädchen, verliebt, unterbreitet der Meister ihm ein weiteres Angebot. Wird er der dunklen Verlockung nachgeben oder führt Kantorka ihn zurück in die Welt fernab der Mühle? Fest steht: Der Weg zurück in die Freiheit kann Krabat nicht allein gelingen.
Markolf Naujoks, der Preußlers Roman für die Bühne bearbeitete und neben der Regie auch für den Raum und die Musik zuständig ist, inszeniert eine große Erzählung mit Live-Gesang, fast durchgehendem Soundtrack sowie Bildern, Videos und Collagen von Theda Schoppe. Dabei entstehen beeindruckende Situationen und ergreifend realitätsnahe Illusionen. Aus der unheilvollen Wirklichkeit des 30-jährigen Krieges fliehend, erscheint die Welt des schwarzen Müllers als Sehnsuchtsort und Verhängnis zugleich. Der Soundtrack von Naujoks komplettiert die mystische Erzählweise, eröffnet neue Dimensionen, fasziniert und fesselt zugleich. Hier darf sich das Publikum einen ein neues Klangerlebnis im Saal der neuen Bühne freuen, denn es wird die erste „Feuertaufe“ der komplett neu installierten Tonanlage sein.
Mit Lene Juretzka (Krabat und Erzählerin) und Christina Dom (Erzählerin und alle weiteren Rollen) wird der stark männlich geprägte Stoff bewusst von zwei Darstellerinnen erzählt, was der Handlung neue Perspektiven verleiht. „Spannend ist auf jeden Fall, wie diese toxische Männerwelt in der Mühle durch zwei Frauen erlebbar gemacht wird“, hebt der Regisseur hervor. „Das erhöht einmal mehr die ohnehin vorhandene Vielschichtigkeit der Geschichte.“
Wenn sich am 19. September also der Vorhang zur neuen Spielzeit und zur Premiere von „Krabat“ hebt, erwartet das Publikum mystisches Theater voller dunkler Geheimnisse, das zeigt, dass man aus Freundschaft neue Kraft schöpfen kann, die Erkenntnis, dass Liebe selbst die finstersten Mächte zu besiegen vermag und vor allem: Das Unerwartete.
Karten gibt es online unter theater-senftenberg.de, an der Tages- und Abendkasse, unter 03573/801 286, via karten@theater-senftenberg.de und an allen Vorverkaufsstellen der neuen Bühne: in Senftenberg (Tourismusinformation am Markt, Hotel Lido, Rezeption am Familienpark Großkoschen), Großräschen (Touristeninformation an den IBA-Terrassen), Hoyerswerda und Finsterwalde bei den Tourismusinformationen (jeweils am Markt).
Premiere 19.09.2026, 19:30 Uhr, Hauptbühne
weitere Termine
Fr, 25.09.26, 19:30 Uhr Sa, 26.09.26, 19:30 Uhr So, 27.09. 26, 15 Uhr